Parkeisenbahn Wuhlheide

Seit 1956 mit Volldampf durch die Wuhlheide – zur Personenbeförderung, als Freizeitspaß und um Kinder und Jugendliche in die Berufswelt der Bahn einzuführen

Nicht nur Kinderaugen leuchten, wenn die kleinen Züge durch die Wuhlheide tuckern ‐ an besonderen Tagen sogar von urigen Dampfloks gezogen. Die Parkeisenbahn Wuhlheide ist eine richtige Eisenbahn, die unter Anleitung ehrenamtlicher Erwachsener von Kindern ab 9 Jahren und Jugendlichen betrieben wird. Sie übernehmen viele wichtige Aufgaben und Funktionen, vom Schaffner über örtliche Aufsichten und Zugführer bis hin zum Fahrdienstleiter. In einem Kurssystem können die Kinder mit fortschreitendem Alter immer neue Qualifikationen erwerben. Dadurch ist die Parkeisenbahn nicht nur ein phantastisches Angebot technischer Freizeitbildung, sondern auch eine Art Berufsbildungsmaßnahme. Für Kitas und Schulen bietet die Parkeisenbahn mit altersgerechtem Projektunterricht eine praktische Möglichkeit, theoretisch erworbenes Wissen erklärbar zu machen.

Neben den „normalen“, ca. halbstündigen Rundfahrten durch den Volkspark Wuhlheide am Wochenende und in den Schulferien veranstaltet die Parkeisenbahn das ganze Jahr über spezielle Themenfahrten. Diese nehmen auf Feste wie Ostern oder Weihnachten, Gedenktage wie den Kindertag oder saisonale Ereignisse wie die Schuleinführung Bezug. Je nach Anlass werden die Fahrten mit Highlights wie dem Auftritt eines Nikolaus, einer Ostereiersuche oder einem leckeren Imbiss kombiniert. Besucher können den Park bei diesen Veranstaltungen zu ganz unterschiedlichen Jahreszeiten, aber auch Tages‐ und manchmal sogar Nachtzeiten erleben.

Darüber hinaus bietet die Parkeisenbahn viele Möglichkeiten, unvergessliche Privatfeiern oder Firmenveranstaltungen zu gestalten. Der Besucher kann beispielsweise Sonderfahrten mit Catering buchen oder Räumlichkeiten und historische Züge anmieten.

Veranstaltungen Events

Mit einem bunten Veranstaltungskalender lockt die Parkeisenbahn Wuhlheide das ganze Jahr über Besucher in den Park – auch außerhalb der Saison. Es gibt Winterfahrtage im Februar, Fahrtage für Familien und Kindergruppen zu Ostern und am Kindertag, Zuckertütenfahrten im August, spezielle Dampflokfahrten, Halloweenfahrten oder Nikolausfahrten im Dezember. Ein Blick in den Veranstaltungskalender der Parkeisenbahn lohnt sich immer. Die Veranstaltungstermine finden Sie auf der Webseite der Parkeisenbahn.

Historisches History

Die Parkeisenbahn Wuhlheide war ursprünglich eine von 11 Pioniereisenbahnen in der DDR. Sie wurde am 10. Juni 1956 nach nur sechsmonatiger Bauzeit mit einer Streckenlänge von 6,9 km eröffnet. Wie alle Pioniereisenbahnen war sie zunächst eine kommunale Einrichtung. 1978 ging sie als einzige in die Betriebsführung der Deutschen Reichsbahn (DR) über, die sie in erster Linie zu Ausbildungszwecken nutzte. Es war daher wichtig, eine moderne Bahn zu haben, was dazu führte, dass historisches Wagenmaterial nicht erhalten wurde. Erst in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre setzte hier ein Umdenken ein.

Mit dem Bau des Pionierpalastes (heute FEZ) 1979 musste die südlich des Badesees gelegene Strecke verlegt und der damalige Bahnhof Badesee aufgegeben werden. Im Zuge dessen wurde ein neuer Bahnhof namens Pionierpalast (heute Eichgestell) gebaut. Nach der Wende wurde die Pioniereisenbahn in Berliner Parkeisenbahn umbenannt, blieb aber zunächst in den Händen der DR. Als diese 1991 das Ende der Trägerschaft ankündigte, stand die Parkeisenbahn Wuhlheide quasi vor dem Aus. Das rief die Bevölkerung Berlins und Brandenburgs auf den Plan. Es entstanden mehrere unterstützende Vereine, außerdem wurde die Anbindung der Parkeisenbahn an den S‐Bahnhof Wuhlheide beschlossen. Nach mehrmaliger Verlängerung der Trägerschaft übergab die DR die Berliner Parkeisenbahn 1993 schließlich an die neu gegründete BPE Berliner Parkeisenbahn gGesellschaft mbH. Als Gesellschafter fungierten mehrere Eisenbahnvereine und Privatpersonen. Wenig später wurde auch die neue, o,6 km lange und vom Berliner Senat finanzierte Strecke vom Bahnhof Badesee zum S‐Bahnhof Wuhlheide eröffnet. Die folgenden Jahre waren gute Jahre: der Fuhrpark wuchs beständig, die Betriebswerkstatt erhielt eine neue Werkstatthalle und im Stellwerk Badesee wurde ein sogenannter Selbststellbetrieb eingerichtet.

2006 – im 50. Jahr ihres Bestehens ‐ wurde die Berliner Parkeisenbahn in „Parkeisenbahn Wuhlheide“ umbenannt. 2010 erschütterte die Aufdeckung mehrerer Fälle sexuellen Missbrauchs das Image der Parkeisenbahn. Die betreffenden Personen wurden umgehend vom Dienst suspendiert und entlassen. Zur Aufarbeitung des Geschehens und zur Neuausrichtung der Parkeisenbahn wurde bei der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft ein runder Tisch eingerichtet, der vielfältige Präventionsmaßnahmen und ein neues pädagogisches Konzept auf den Weg brachte.

Dank mehrerer Sponsoren und des unermüdlichen Einsatzes der ehrenamtlichen Mitarbeiter ist die Parkeisenbahn Wuhlheide bis heute ein wichtiger Publikumsmagnet in der Wuhlheide. 2018 zählte sie 70.000 Fahrgäste.